
Lead: Du willst KI-Agenten nicht nur verstehen, sondern bauen? Diesem Walkthrough folgst du in unter einer Stunde — und am Ende läuft dein erster Sales-Agent in Make.com, der CRM-Leads scort und an dein Team routet.
Warum Make.com für deinen Start
Make.com ist der niederschwelligste Einstieg in agentische Automation. Du brauchst keine eigene Infrastruktur, kein Hosting, keine DevOps-Kenntnisse. Ein kostenfreier Account reicht für die ersten 1.000 Operationen pro Monat — genug für deinen ersten produktiven Agent.
Drei Gründe, warum wir Make.com im Basecamp 3 des MMAI® einsetzen:
Visuelles Mapping: Du siehst, wie Daten zwischen Modulen fließen — perfekt für Nicht-Techniker:innen.
Native CRM-Integrationen: HubSpot, Salesforce, Pipedrive, Microsoft Dynamics — alle out of the box.
Webhook-First: Du kannst Make.com später jederzeit als Edge-Schicht zu n8n upgraden, wenn du komplexer wirst.
Tipp vom Bergführer: Starte mit einem realen Use-Case, nicht mit einem Tutorial-Datensatz. Nimm deine letzten 50 Leads und arbeite mit echten Namen, Firmen und E-Mails. So spürst du sofort, wo dein Prozess noch hakt.
Der Aufbau in 5 Schritten
1. Trigger definieren
Setze einen Webhook-Trigger an den Anfang deines Szenarios. Jeder neue Lead im CRM löst den Agent aus. In HubSpot legst du dafür einen Workflow an, der bei "Contact Created" einen POST an deinen Make-Webhook schickt.
2. Daten anreichern
Bevor du scorest, brauchst du Kontext. Nutze die HTTP-Module in Make.com, um über Clearbit oder Apollo.io Firmendaten zu ziehen: Mitarbeiterzahl, Branche, Tech-Stack.
3. Scoring-Logik
Hier kommt die eigentliche Intelligenz. Du hast zwei Optionen:
Regelbasiert: Einfache If-Then-Logik in einem Make.com-Modul. Reicht für klare Kriterien.
LLM-basiert: Ein Call an Claude oder GPT-4 mit einem strukturierten Prompt. Hier kannst du auch unstrukturierte Daten wie LinkedIn-Bios bewerten.
4. Routing
Score > 80? Direkt in den Sales-Kalender mit Slot-Vorschlag. Score 50-80? Nurturing-Sequenz. Score < 50? Archiv und Monatsbericht.
5. Monitoring
Logge jeden Run in eine Airtable oder Google Sheet. Das ist dein Trail — ohne den fliegt dir der Agent früher oder später um die Ohren.

Die fünf Stufen deiner ersten Pipeline — von Webhook bis Logging.
Vorsicht: Verwende niemals Echtdaten in deinem ersten Szenario, ohne vorher ein Test-Limit zu setzen. Ein endlos laufender Webhook kann an einem Wochenende dein Operations-Kontingent leer fressen. Setze in den Szenario-Einstellungen ein "Max number of consecutive errors" und einen "Sequential processing"-Schalter.
Was du danach lernen solltest
Wenn dein Lead-Scorer stabil läuft, hast du das Fundament für viel mehr: Ticket-Routing, Content-Klassifikation, Vertragsdaten-Extraktion. Die Logik ist immer dieselbe — nur der Kontext ändert sich.
"Make.com ist nicht das Ziel, sondern das erste Basecamp. Wer hier sauber baut, kann später jede Komplexität in n8n nachziehen."
— Timon Hartung, Bergführer Automation
Was kommt als nächstes?
Im nächsten Artikel zeige ich dir, wie du genau diesen Agent nach n8n migrierst — mit allen Vorteilen (Self-Hosting, Sub-Flows, komplexere Routing-Logik) und ohne Datenverlust.
Geschrieben aus Basecamp 3 — wo aus Curiosität dein erster produktiver Agent wird.